St. Waidwen: Farmer Become God/de

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St. Waidwen: Vom Bauern zum Gott
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Allgemein
Ausrüstung
Gegenstandstyp
Kategorie
Seelengebunden
No
Einzigartig
No
Wert
0 Copper pands (cp)
Technisches
Gegenstands ID
lore_book_st_waidwen

St. Waidwen: Vom Bauern zum Gott ist ein Buch in Pillars of Eternity über St. Waidwen.

Beschreibung[edit | edit source]

Items in italics are quoted directly from the game.
Erwähnt man den Namen Waidwen, denken die meisten Leute nur an ein einziges Wort – Götterhammer. Das Echo dieses Ereignisses hallt durch die Zeit und ist auch Jahre nach der Zerstörung der Brücke von Evon Dewr noch zu hören, doch Waidwens bescheidene Herkunft ließ nicht ahnen, zu welch mächtiger Gewalt er einmal werden würde.

Waidwen lebte ein einfaches Leben in einem entlegenen Winkel von Readceras, der Sohn eines Vorlas-Bauern. Er schuftete 22 Jahre lang neben seinem Vater auf den Feldern, bis sein Vater starb. Er erbte den Hof. Er spielte mit dem Gedanken, ihn zu verkaufen, doch er besaß keinerlei andere Fähigkeiten, also wurde auch er Vorlas-Bauer. In den vier Jahren nach dem Tod seines Vaters scheint in Waidwens Leben nichts Bemerkenswertes geschehen zu sein. Eines Tages aber, als er auf dem Feld arbeitete, änderte sich Waidwens Leben unwiederbringlich. Mit seinen Worten:

„Die Nacht brach herein, die Finger der Dämmerung hatten den Himmel bereits im Griff. Die Sonne war hinter dem Rand der Welt versunken und Sterne blitzten von jenseits des Schleiers hervor. Der Tag war still und die Felder lagen gebettet in Dunkelheit. Ich legte meine letzte Ernte des Tages nieder, als hinter mir plötzlich ein gleißendes Licht erstrahlte. Ich wandte mich um, Furcht in der Brust, nicht wissend, was ein solches Strahlen verursacht haben könnte.

Hinter mir stand eine leuchtende Gestalt, strahlend vor Herrlichkeit. Ihr weißes Fleisch glänzte, ihr Kopf war ein gleißender Ball des Lichts, heller als die höchste Sonne an Mittjahr. Ich wandte den Blick ab, aus Furcht, ich würde gerichtet werden, wenn ich es nur wagte, eine solche Kreatur anzusehen.

Ein plötzlicher Frieden überkam mich, spülte meine Furcht fort, ließ meine aufgewühlte Seele ruhig werden. Eine liebende Wärme legte ihre Arme um mich. Eine Stimme sprach zu mir, als ich dort wie versteinert stand und gleichzeitig dieses glorreiche Wesen zu sehen und seiner strahlenden Prüfung zu entgehen versuchte.

‚Fürchte dich nicht‘, sprach es zu mir, ‚denn du bist auserwählt. Du wirst das Licht sein, welches die Wiedergeburt eines Reichs einleitet.‘ Das Wesen streckte seine Hand aus und beschenkte mich mit einer Vision von solcher Macht, dass ich sie kaum aufnehmen konnte.“

Am nächsten Morgen stolperte Waidwen zerzaust und schmutzig in sein Dorf und berichtete allen, die bereit waren, ihm zuzuhören, von dem Wunder, das sich auf seinen Feldern zugetragen hatte. Eothas selbst sei ihm erschienen! Er habe ihm aufgetragen, den aedyrischen Gouverneur dafür zu bestrafen, dass er sein Volk in das Verderben geführt habe. Es werde ihm ein Weg aufgezeigt werden und die Gläubigen, die ihm halfen, würden gesegnet werden, wenn „die Gottheit sich manifestierte“. Die Dorfbewohner ignorierten ihn. Sie glaubten, der Verlust seiner Eltern habe ihn in den Wahnsinn getrieben.

Doch Waidwen predigte weiter von der Macht von Eothas und der Fäulnis des Gouverneurs, was ihm schließlich den Zorn der Dorfbewohner einbrachte. Der Konflikt eskalierte eines Tages im Mittherbst. Eine Menge hatte sich um Waidwen versammelt. Sie verspotteten ihn und sagten ihm, er solle das Dorf verlassen. Die Vorlas-Ernte war schlecht ausgefallen und die Dorfbewohner gaben Waidwen die Schuld daran. Sie sagten, er habe mit seiner Blasphemie die Götter erzürnt, insbesondere Eothas. Sie trieben ihn in eines der welken Felder und schrien, er solle verschwinden. Es gibt unterschiedliche Berichte darüber, was der Auslöser für das war, was nun geschah. Manche sagen, ein Stein sei geworfen worden. Andere, er sei geschubst worden. Wieder andere, er sei schlicht über eine Wurzel gestolpert. Was auch der Auslöser war, Waidwen landete mit dem Gesicht nach unten auf dem Boden. Die Dorfbewohner standen über ihm und lachten.

„Genug!“ donnerte eine Stimme – nicht Waidwens – über das Feld. Waidwen blickte auf die Menge hinauf. In seinen Augen leuchtete ein blendend weißes Licht. Er erhob sich, aber er stand nicht auf. Eben lag er noch auf dem Boden, jetzt stand er plötzlich vor der Menge, die vor ihm kauerte.

„Ihr wagt es, euch mir zu widersetzen?“ sprach die Stimme durch Waidwens Mund. „Ihr wagt es, meinen Diener zurückzuweisen?“ Waidwens Arme hoben sich und fingen an zu strahlen. „Ihr wagt es, Beweise zu fordern?“ Seine Arme streckten sich zu den Seiten aus. „Fraget nie wieder, oder ihr werdet vom Licht des neuen Morgens verbrannt werden!“ Aus Waidwens Augen und Händen entsprang ein Blitz und das gesamte Feld erwachte zum Leben. Die einst trockenen und spröden Pflanzen wurden lebendig, üppig und grün.

Die Menge war stumm. Aus den hinteren Reihen ertönte der Ruf „Gelobet sei Eothas!“ – und alle fielen vor Waidwen auf die Knie, dem Bauern, der zum Gott geworden war.